Freitag, 12. Dezember 2014

[Rezension] Hüter der Erinnerung




Autor: Lois Lowry
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Seitenanzahl: 256
Altersempfehlung: ab 12
Meine Wertung: 3,5 Sterne

Will ich kaufen!

                                                   
Jonas lebt in einer Welt ohne Not, Schmerz und Risiko. Alles ist perfekt organisiert, niemand muss sich über irgendetwas Sorgen machen, sogar die Berufe werden zugeteilt. Als Jonas Nachfolger des »Hüters der Erinnerung« werden soll, beginnt er eine Ausbildung beim alten Hüter. Und hier erfährt er, welch hohen Preis sie alle für dieses scheinbar problemlose Leben zu zahlen haben. Jonas' Bild von der Gesellschaft, in der er lebt, bekommt immer mehr Risse, bis ihm klar wird, dass er seinen kleinen Pflegebruder Gabriel diesem unmenschlichen System keinesfalls ausliefern möchte.

Ich bin eigentlich nicht wirklich ein Fan von Dystopien, aber die Idee der Geschichte hat dann doch mein Interesse geweckt und ich habe das Buch gelesen. Der Schreibstil war in Ordnung und die Schrift meiner Ausgabe riesig! Mir hat das Buch gut gefallen, jedoch gab es einige Dinge die meine Stimmung ein wenig gedämpft haben. Zum einen hat mir die Idee dieser Welt ja richtig gut gefallen, die Tatsache das alle einer strengen Regel folgen, eine klare Struktur das wichtigste ist und keine Farben existieren fand ich echt cool, leider wird der Leser auf den ersten 100 Seiten nicht wirklich vorgestellt, wenn ihr versteht was ich meine. Ich persönlich war total verwirrt und habe das System dieser Welt überhaupt nicht verstanden, da es keine richtige "Einführung" oder "Erklärung" gab, so wie man das normalerweise bei Dystopien gewohnt ist. Für mich war es überraschend dass obwohl es Dinge wie Liebe in diesen Gemeinschaften nicht gab, die Menschen trotzdem alle gleich behandelt wurden und sehr freundlich, mitfühlend und respektvoll miteinander umgingen. Die Regierung hatte auch keine bösen oder ungerechten Absichten auch wenn es einige fragwürdige Regeln gab.
Was mich jedoch am meisten störte war die Tatsache, dass es keine Spannung in dem Buch gab. Es passierte immer dasselbe, war einfach zu monoton. Nur ab und zu gab es Momente in denen sich ein paar Mal Spannung auftat. Am besten gefielen mir die Kapitel in denen der Geber Jonas seine Erinnerungen übermittelte. Die Dinge, die uns ständig so selbstverständlich erscheinen, werden auf eine sehr schöne Weise beschrieben, sodass einem wieder klar wird, wie besonders sie eigentlich sind.

Außer Jonas und dem Geber tauchen die anderen Charaktere immer seltener auf. Figuren wie Fiona oder die Chefälteste spielen eigentlich gar keine große Rolle, im Gegensatz zum Film. Die einzigen Personen die gegen Ende doch noch ein wichtigere Rolle spielen sind Gabriel, Jonas kleiner Bruder und sein Vater. 
Zu Jonas als Protagonist des Buches hatte ich eher ein "neutrales" Verhältnis (ok, das klingt echt komisch, aber ich hoffe ihr versteht vielleicht was ich meine). Ich habe ihn nicht wirklich gehasst, aber richtig gemocht habe ich ihn dann auch nicht. Ich hatte einfach das Gefühl ihn im Verlauf der Geschichte immer noch nicht richtig kennengelernt zu  haben. Seine neue Haltung zum System der Gesellschaft kommt sehr langsam und schleichend zum Vorschein und erlangt erst durch ein bestimmtes Ereignis sein volles Ausmaß. Am meisten mochte ich jedoch den vorherigen Hüter, den Geber. Er ist der typische Großvater und liebt Jonas wie einen Sohn. Er möchte im nicht zu viel Kummer mit den negativen Erinnerungen bereiten und man merkt dass beide sich sehr gern haben und ihre Isolation sie irgendwie miteinander verbindet. Man lernt den Geber von Seite zu Seite immer besser kennen und durch die vielen Dinge die er durchmachen musste, wurde er mir immer sympathischer.

Das Ende aus "Hüter der Erinnerungen" kam mir dann ein wenig zu hektisch vor, jedoch gefiel es mir trotzdem, da ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet hatte, es aber noch besser als meine Vorstellung war.

Hüter der Erinnerung ist eine gelungene Dystopie für diejenigen unter euch die nach einem interessanten Buch für zwischendurch suchen. Wer jedoch etwas Action geladenes braucht, sollte lieber zu etwas anderem greifen. Der Schreibstil war gut und die Idee der Welt war auch wirklich originell. Wieder einmal ein Buch das ich wirklich zu Herzen legen kann.




1 Kommentar

  1. Hallo

    ich komm gleich mal auf Gegenbesuch vorbei, du hast echt einen schönen Blog und ich bin gleich mal Leserin geworden.

    Ich habe das buch auch gelesen und mir hat es auch relativ gut gefallen, aber wie du schon sagt der film ist schon sehr verändert im Gegensatz zum Buch! Hab nur den Anfang gesehen, aber wenn es ihn dann auf DVD gibt schaue ich ihn mir vielleicht ganz an.

    LG
    Sophie

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