Samstag, 20. August 2016

Rezension || Nichts was im Leben wichtig ist - Janne Teller



Preis: € 6,95
Seitenzahl: 145
Einband: Taschenbuch
Altersempfehlung: ab 16
Meine Wertung: 3/5 Herzen
Verlag: Hanser


"Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt »Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun«, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt – als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens ...“ (Quelle: amazon.de)


Meine Meinung

Janne Tellers Schreibstil war schlicht und dem Alter der Protagonisten sehr getreu. Die Parabel und die Geschichte lassen sich durch die kurze Seitenzahl ziemlich schnell und einfach lesen, doch der Inhalt regt noch lange Zeit später zum nachdenken an.

Dieses Buch ist definitiv nicht für jeden Leser geeignet, denn es enthält brutale und äußerst grausame Inhalte, die nicht jedem zumutbar sind, dieses Buch ist also nicht für sanfte Gemüter geeignet. Man erwartet erst einmal eine harmlose, philosophisch angehauchte Parabel in der Kinder nach der Bedeutung unserer Existenz suchen, jedoch eskaliert die Situation von Seite zu Seite und lässt den Leser über das fanatische und kalte Verhalten der Jugendliche geschockt zurück. Am meisten überraschte mich die Skrupellosigkeit mit der die Protagonisten Unvorstellbares anstellen und sich gegenseitig auf brutalste Weise verletzten, ohne mit der Wimper zu zucken. Diese Kälte die sie sich gegenüber ausstrahlten ist beängstigend und machte sie mir mehr als unsympathisch.

Doch trotz all der Brutalität lässt das Buch den Leser nicht los: Hat irgendetwas in unserem Leben eine Bedeutung? Wir richten unsere Existenz nur für die Zukunft aus, ohne richtig zu leben. Wir werden geboren um dann wieder zu sterben. Also wieso ist es dann so wichtig, gut in der Schule zu sein, zu studieren und bis zum Ende seiner Tage unermüdlich zu schuften? Für Pierre Anthon hat nichts eine Bedeutung und somit steckt er den Leser mit seiner Aussichtslosigkeit an und lässt ihn in einem dunklen Loch voller Fragen zurück, sodass man sich selbst außerhalb des Buches mit dem Thema beschäftigen muss.
Fazit

Janne Tellers umstrittene Parabel ist aufgrund mehrfacher unschöner Szenen nicht für jedermann geeignet. Die Handlungen der Protagonisten werden immer fragwürdiger und erschrecken den Leser aufgrund ihrer anbahnenden Gefühlskälte, jedoch regt es selbst nach dem lesen immer noch stark zum nachdenken an und lässt uns mit der verzweifelten Frage nach dem Sinn des Lebens zurück.



Kommentare

  1. Ich habe dieses Buch letztens im Buchladen gesehen, und ich fand, dass er Text sehr vielversprechend klang, und ich habe überlegt es zu kaufen, aber wenn dir das nicht so gut gefallen hat, muss ich wohl auch noch mal drüber nachdenken ;)
    Lg Caro
    booktravelerblog.blogspot.de

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    1. Huhu:)
      Ich denke jeder sollte das mal für sich selber ausprobieren und schauen, ob er das Maß an Brutalität verträgt. Das Buch ist nicht schlecht, aber es ist nun mal kein "Lieblingsbuch" und nicht jeder wird mit dem Inhalt klarkommen, denn es schmeißt einen schon ganz schon aus der Bahn :D Aber ich denke du solltest es mal ausprobieren, vor allem weil es dich sehr angesprochen hat^^
      Liebste Grüße
      Natalie

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